Hallo ihr Lieben,
Nachdem ich nun so viele Blueberries, Grapes und Apples gepflueckt habe,
war es an der Zeit weiterzuziehen. Doch diesmal nicht alleine, denn Joris
hat mir schwer den Kopf verdreht :-) und nun reise ich mit ihm zusammen auf der
Nordinsel. Von Hastings ging es nach Napier und von dort zum Lake Waikaremoana.
Wir hatten Glueck, denn das Hitch-Hiking verlief alles andere als easy. Wir
mussten ziemlich lange warten bis uns jemand mitnahm. 29 km von unserem Ziel
entfernt, standen wir schon fast im Dunkeln, denn die Sonne ging nun immer
frueher unter. Wir ueberlegten schon wo wir unser Zelt aufstellen sollten, dass
wir in Hastings fuer Mehrtageswanderungen gekauft hatten. Doch dann hielt eine
Maori an, die gerade von Arbeit auf dem Weg nach Hause war. Sie fuhr uns sogar
bis zum See, obwohl sie nicht so weit haette fahren muessen, da sie in einem
kleinen Dorf vor Lake Waikaremoana wohnte. Als wir ankamen, war es bereits
dunkel und sehr kalt. Daher beschlossen wir nicht das Zelt aufzubauen, sondern
in einer Kabine zu naechtigen. In der Nacht waren es nun -6 Grad und damit ein
ziemlicher Temperatursturtz. Neben den ueberteuerten Preisen fuer ein
Wassertaxi ist dies ein Grund dafuer gewesen, dass wir unseren geplanten Track
nur bis zur Panekire Huette verwirklichen konnten, was aber schon Abenteuer genug war und
wir fantastische Ausblicke genossen.
Unser Naechstes Ziel war Rotorua
und es war nicht leicht dort hinzukommen, es war sogar schwieriger als am
"Forgotten Highway". Wir wetteten sogar darum in welcher Zeit wir
dorthin gelangen wuerden, aber am Ende lagen wir beide falsch. Wir warteten 4
Stunden und insgesamt fuhren nur 6 Autos an uns vorbei. Gluecklicherweise hielt
ein Vater mit seinem Sohn fuer uns an und nahm uns die Schotterstrasse bis
Rotorua mit. Beide trafen wir einen Tag zuvor auf einem Wandertrack rund um den
See Waikareiti, der gleich neben Lake Waikaremoana liegt. Rotorua liegt mitten in einem aktiven Thermalgebiet und ist deshalb eine stinkige
Stadt. Ueberall raucht und
qualmt es und es riecht nach verfaulten Eiern. Aber die Umgebung hat Einiges zu
bieten, so besichtigten wir ein Maoridorf und schauten uns eine Performance
Show mit dem beruehmten Kriegstanz, dem "Haka" an. Ausserdem sahen
wir den Redwoodforest, machten einen Ausflug zum gruenen und zum blauen See,
besuchten Wai-o-Tapu Thermalwonderland und nahmen ein heisses Bad in den Hot
Sprigs. Gekroent wurde das Ganze mit einem tollen Dinner bei einem sehr guten
indischen Restaurant, bevor es per Hitch-Hiking nach Whakatane ging.
Diesmal
ging alles sehr schnell und wir warteten nur 5 Minuten bis wir eingesammelt wurden. Whakatane ist eine sehr schoene, kleine Stadt in
Bay of Plenty. Hier konnten wir einen abwechslungsreichen Track machen, der
allerdings nur bei Ebbe moeglich ist. Aber das Aufregenste war die Tour zur
White Island, der einzigen aktiven Vulkaninsel in Neuseeland. Mit dem Boot
fuhren wir 1,5 Stunden bis wir die Insel erreichten und am Ende wurde ich durch den hohen Wellengang mal
wieder ein wenig seekrank. Mit einem kleineren Boot wurden wir vom Grossen
abgeholt und wir mussten so schnell wie moeglich eine Treppe erklimmen, was
ziemlich gefaehrlich war. Als wir dann endlich auf White Island ankamen, wurde uns geraten eine Maske zu tragen, da man bei
all den Daempfen schwer atmen konnte. Die Insel war beeindruckend und ich fuehlte
mich wie auf dem Mond. Ueberall wo man hinsah waren gruene und gelbe Farben. Wir durften
sogar gelben Sulfur kosten und einen Schluck vom heissen Bach probieren, der
wie Zitrone schmeckte. Auf der Rueckfahrt nach Whakatane schwammen dann hunderte von
Delphinen neben unserem Boot. Sie hatten sichtlich Spass und sprangen vor
Freude aus dem Wasser.
Am Abreisetag regnete es in Stroemen und wir hatten
wieder Glueck, da uns diesmal ein junges Paar im Auto mitnahm. Allerdings liessen sie
uns schon vor Tauranga raus, sodass wir mit unserem schweren Gepaeck noch 1,5
Stunden im Regen bis zum naechsten Backpackers laufen mussten. In meinen Fuessen
bildeten sich 2 Seen und durch den Wind wehte es, ohne dass ich es bemerkte,
meine Regenschutzhuelle weg. Dementsprechend durchweicht waren mein Rucksack
und meine Kleidung. Ausserdem konnten wir in dem Hostel nur kurz verweilen, da
dieses schon ausgebucht war. Doch nur unweit entfernt gab es noch ein Weiteres, dass noch fuer uns Platz fuer eine Nacht hatte. Tauranga selbst ist in
mehrere Stadtteile zerklueftet und bis auf den Ort Mount und den Spaziergang
auf den Mount Maunganui bin ich ziemlich enttaeuscht gewesen. Daher hielten wir
uns auch nicht laenger auf und fuhren nach Matamata zum Hobbiton Village.
Von
dort aus ging es nach Raglan zur Westkueste, einem chilligen Ort, der bekannt
ist fuer seine guten Surferstraende. Das Backpackers dort war eines der besten,
es war sauber und ordentlich, man konnte umsonst kajaken und sich fuer nur 2
Dollar ein Bike ausleihen. Ausserdem gab es eine Sauna und einen Whirlpool.
Also verbrachten wir einige Tage dort, um uns vom Hitch-Hiking und den
Strapazen in Tauranga zu erholen. Wir beschlossen ausserdem zusammen das
Wwoofing in Tairua, in der Coromandel Region zu machen. Fuer mich war es das
Fuenfte und Letzte und fuer Joris das Erste. Diesmal nahmen wir den Bus, um an Ziel zu gelangen. Doch
die Fahrt stellte sich als sehr abenteuerlich heraus, denn der Bus war schon
sehr alt und wurde nur ersatzweise verwendet. Als ich diesen sah, dachte ich
nur: "Hoffentlich kommen wir mit dem alten Geschoss auch an." Und
natuerlich hatten wir eine Panne, die Lichter funktionierten nicht mehr und wir
mussten auf einen anderen Bus warten, der uns bis Tairua fahren sollte. Auch
dieser hatte am Ende seine Schwierigkeiten, sodass wir erst Mitternacht in
Tairua eintrafen, wo bereits Lance mit den schlafenden Kids im Auto auf uns
wartete.
Gina, die Frau von Lance hat im Ort einen Organic Shop, in dem sie
neben anderen Produkten Ice Cream und Smoothies verkauft. Unsere Aufgabe
bestand darin den Laden zu fuehren, ein wenig im Hauhalt zu helfen und die Kids
zu betreuen. Es war erstaunlich in welch kurzer Zeit die Neuseelaender einem vertrauen und Gina uns den Laden und das Wwoofer Auto ueberliess. Mit diesem konnten wir zum Shop fahren, aber auch private Ausfluege beispielsweise zur Cathedral Cove und zum Hot Water Beach machen. Die Kids Archer, Lincoln und Keana waren ziemlich anstrengend und Joris und ich waren jedes mal aufs Neue ueberrascht wie geduldig Gina mit ihren Kindern umging. Regeln gab es fuer sie kaum und so war es immer eine Tourtour fuer uns, wenn die kleinen Plagegeister beim Dinner in der Gegend rumhuepften und Laerm machten. Da ist mir schon so das eine oder andere Mal der Gedanke gekommen ihnen die Muender stopfen zu wollen und sie beim Essen an den Stuhl zu binden. Joris und ich waren dann froh, wenn wir mal alleine im Haus waren und Ruhe hatten. Aber morgen endet unser Wwoofing und wir reisen nach Whitianga. Dort moechten wir noch ein paar Tage verbringen bevor wir in Auckland einen Campervan ausleihen wollen, um in den verbleibenden Tagen, die ich in Neuseeland habe das Northland zu erkunden. Danach wird vorerst mein letztes Reiseziel Thailand sein.
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morgens am Lake Waikaremoana |
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Aussicht ueber Lake Waikaremoana |
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Sonnenuntergang von der Panekire Huette |
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Lake Waikareiti |
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stundenlanges Warten... |
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Rotorua Lake |
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Redwoodforest |
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Maorivillage |
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blubber, blubber... |
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Lady Knox Gysir |
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Wai-o-Tapu Thermalwonderland |
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heisses Bad in den Hot Springs |
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gruener und blauer See |
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Whakatane |
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White Island |
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das Wahrzeichen von Whakatane "Wairaka" |
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gefaehrliches Erklimmen der Treppe |
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Sulfur |
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Tauranga |
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Hobbiton |
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ein kleiner Hobbit |
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mmh, Cider trinken |
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Raglan |
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Wwoofing bei den Easton's |
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Rica auf dem Trampolin |
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Sushivorbereitung |
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Bettina sichtlich begeistert von Lance's Massage |
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Paku Hill |
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Weg zur Cathedral Cove |
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Cathedral Cove |
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Wasserschacht bei den Broken Hills |